Die Göttlichkeit des Sohnes

Die fundamentale Lehre der Göttlichkeit Christi

Die Göttlichkeit Jesu Christi ist eine der zentralen Säulen des christlichen Glaubens. Sie bildet die Grundlage für die Lehre der Erlösung und für die Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Ohne die Göttlichkeit Christi wäre sein Werk am Kreuz bedeutungslos, da nur Gott selbst in der Lage ist, die Sünden der Welt zu tragen und zu vergeben. In diesem Artikel untersuchen wir die biblischen Belege für die Göttlichkeit Christi, seine Selbstoffenbarungen sowie die Aussagen der Apostel und anderer biblischer Autoren. Diese Beweise zeigen unmissverständlich, dass Jesus Christus sowohl wahrer Gott als auch wahrer Mensch ist – eine Wahrheit, die in der gesamten Bibel durchgehend bezeugt wird.

Die Selbstoffenbarung Jesu: Der Anspruch auf Göttlichkeit

Jesus und der Titel „Ich bin“

In Johannes 8,58 erklärt Jesus:

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich.“

Die Reaktion der Zuhörer war eindeutig: Sie griffen nach Steinen, um ihn zu steinigen. Warum? Sie verstanden, dass Jesus hier den Namen Gottes aus 2. Mose 3,14 beanspruchte, in dem Gott sich selbst als „Ich bin, der ich bin“ vorstellt. Dieser Titel, der ausschließlich Gott vorbehalten ist, wurde von Jesus auf sich selbst angewandt.

Leon Morris betont in seinem Werk The Gospel According to John:

„Jesu Gebrauch von ‚Ich bin‘ zeigt, dass er sich bewusst mit der Selbstoffenbarung Gottes des Alten Testaments identifiziert. Dies war kein bloßes Wortspiel, sondern eine direkte und radikale Behauptung seiner Göttlichkeit.“

Die Einheit mit dem Vater

Ein weiterer Höhepunkt in Jesu Selbstaussagen findet sich in Johannes 10,30:

„Ich und der Vater sind eins.“

Die Juden verstanden dies als Gotteslästerung und wollten ihn erneut steinigen. Für sie war es eine unerhörte Behauptung, dass Jesus mit Gott gleichgesetzt wurde. Der Kommentar von William Barclay zu diesem Vers betont:

„Die Einheit, von der Jesus spricht, ist keine bloße Einheit des Willens oder der Absicht, sondern eine wesentliche Einheit in der göttlichen Natur. Dies ist ein Anspruch, der nur von Gott selbst gemacht werden kann.“

Die Erkenntnis der Jünger: Vom Zweifel zur Anbetung

Jesu Allwissenheit

In Johannes 16,30 bekennen die Jünger:

„Jetzt wissen wir, dass du alles weißt … Darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist.“

Nach der Auferstehung vertieft sich dieses Verständnis, wie die Interaktion zwischen Jesus und Petrus zeigt:

„Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe“ (Joh 21,17).

Diese Aussagen machen deutlich, dass die Jünger erkannten, dass Jesus nicht nur ein außergewöhnlicher Lehrer oder Prophet war, sondern dass er göttliche Attribute wie Allwissenheit besaß.

Die Anbetung des auferstandenen Christus

Nach der Auferstehung begegnete Thomas dem auferstandenen Christus und bekannte:

„Mein Herr und mein Gott!“ (Joh 20,28).

Dieses Bekenntnis war nicht nur ein emotionaler Ausruf, sondern eine theologische Aussage über Jesu wahre Identität. Es ist bemerkenswert, dass Jesus diese Anbetung nicht zurückwies – etwas, das in der jüdischen Tradition undenkbar wäre, es sei denn, er war tatsächlich Gott.

Die Lehre der Apostel: Der Sohn Gottes

Die göttliche Fülle in Christus

Paulus erklärt in Kolosser 2,9:

„In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“

Hier wird die Göttlichkeit Jesu in der stärksten Weise ausgedrückt. B. B. Warfield kommentiert in The Person and Work of Christ:

„Jesus Christus ist die volle und sichtbare Offenbarung Gottes. In ihm sehen wir nicht nur menschliche Eigenschaften, sondern die ganze Fülle der Gottheit, perfekt verkörpert in einer menschlichen Natur.“

Jesus als Schöpfer und Herrscher

In Kolosser 1,16–17 schreibt Paulus weiter:

„Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist … und alles besteht in ihm.“

Dies zeigt, dass Jesus nicht nur Teil der Schöpfung ist, sondern der Schöpfer selbst. Dies ist ein Attribut, das ausschließlich Gott zugeschrieben wird.

Die Göttlichkeit Christi im Alten und Neuen Testament

Die Göttlichkeit Jesu ist nicht nur eine neutestamentliche Lehre, sondern zieht sich durch die gesamte Bibel. Viele alttestamentliche Prophetien über den Messias beziehen sich auf göttliche Eigenschaften, die in Christus erfüllt wurden. Ein Beispiel ist Jesaja 9,6, wo der Messias als „starker Gott“ und „Ewig-Vater“ bezeichnet wird.

Fazit: Die unverrückbare Wahrheit der Göttlichkeit Christi

Die Bibel bietet zahlreiche Beweise für die Göttlichkeit Jesu Christi, sei es durch seine eigenen Aussagen, die Lehre der Apostel oder die Erfüllung alttestamentlicher Prophetien. Diese Wahrheit ist zentral für das Verständnis des Evangeliums. Wie der angesehene Theologe J. I. Packer in Knowing God schreibt:

„Die Göttlichkeit Christi ist die Grundlage der christlichen Hoffnung. Ohne einen göttlichen Erlöser gibt es keine Erlösung.“

Quellenangaben

1. Leon Morris, The Gospel According to John, Eerdmans, 1995.

2. William Barclay, The Gospel of John: Volume 2, Westminster Press, 1975.

3. B. B. Warfield, The Person and Work of Christ, Oxford University Press, 1914.

4. J. I. Packer, Knowing God, InterVarsity Press, 1973.

5. New American Standard Bible (NASB), Crossway, 1995.

6. John F. Walvoord, Jesus Christ Our Lord, Moody Press, 1969.



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